Naturwissenschaften sind langweilig und trocken, technisch und kompliziert?
Unfug!
Jens Soentgen, selbst studierter Chemiker und Philosoph, schreibt in diesem Buch Lobreden auf Sterne, Mond, Wasser und Erde. Er ordnet seine Themen vom Größten zum Kleinsten, von oben nach unten: Er beginnt mit den Sternen, erzählt weiter über die Sonne, den Mond, die Bäume, die Minze, die Kiesel, den Staub... bis hinein ins Kohlenstoffatom.
Nach einem einleitenden Text, der nicht selten mit einer Anekdote beginnt, schlägt er schlichte Experimente oder Beobachtungen vor anhand derer das Erklärte ohne großen Aufwand veranschaulicht wird. Im Erzähltext verknüpft er etliche Disziplinen mit den Naturwissenschaften, er stellt Bezüge etwa zur Literatur, zur Geschichte und zur Philosophie her.
Wussten Sie, dass man sich Sternschnuppen früher mit der Vorstellung erklärte, es hätte soeben ein Stern geniest?
Warum von 9000 nistenden Nachtigallenpärchen jedes sechste in Berlin seine Lieder singt?
Warum ein Staubsauger mit halbvollem Beutel besser saugt als einer, dessen Beutel leer ist?
War Ihnen bekannt, dass Wladimir Nabokov begeisterter Schmetterlingsforscher war?
Wüssten Sie, wie man eine eigene Schmetterlingsfarm einrichtet?
Und was passiert, wenn man einen Fisch einige Tage im Keller vergisst?
Ein Buch, so ansteckend begeistert verfasst, dass man sofort loslesen, weiterlesen, ausprobieren, wahrnehmen will!
Was ist dran an einer Stadt, die Kaiser Wilhelm beschrieb als „ein trostloser, ausgetrockneter Steinhaufen“ und nach der doch jede Großmacht die Hände ausstreckte? So ziemlich jedes Großreich hat versucht Jerusalem zu erobern, von den Ägyptern und Assyrer über Griechen und Römern, die Araber, die Kreuzfahrer, bis hin zu den Franzosen und Briten. Montefiore geht streng chronologisch vor und beginnt mit König David und endet mit dem Sechstagekrieg 1967, weil wie er sagt:
„ der Sechstagekrieg im Wesentlichen die heutige Situation schuf und einen einschneidenden Schlusspunkt darstellte. (...) Würde ich die Geschichte Jerusalems bis heute fortschreiben, hätte dieses Buch kein klares Ende und müsste nahezu stündlich aktualisiert werden.“
Der Autor schafft es eine Fülle von Quellen zu einem unterhaltendem, spannenden und außerordentlich gut lesbaren Buch zu vereinen.
3000 Jahre Geschichte verteilt auf 871 Seiten- faszinierend.
Ursus Wehrli ordnet alles: Sterne nach ihrer Leuchtkraft, die Nudeln in der Buchstabensuppe nach Alphabet und parkende Autos nach Farben.
Ein verrücktes Bilderbuch für Ordnungsfreaks und Chaosliebhaber gleichermaßen.
„Ein leerer Topf klappert am lautesten.“ Ein mitreißendes Plädoyer für Ruhe, Sensibilität und Ernsthaftigkeit in einer von Oberflächlichkeit und Marktschreierei dominierten Gesellschaft.
Lesen unter Hitler, gab es das überhaupt? Eingeteilt in 10 etwas willkürlich gewählte Bereiche beschreibt der Autor die politischen und gesellschaftlichen Bedingungen der Buchproduktion, was gewollt und was geduldet wurde. Die Differenzen innerhalb der Nazi-Führung zum Thema Literatur und die Mechanismen des Marktes, der ja nicht ganz außer Kraft gesetzt wurde. Solche Namen wie Ehm Welk, Spoerl, Hesse, ja sogar Saint- Exupery standen bis zum Ende auf den Listen bestellbarer Bücher. Und nicht zuletzt setzten sich Karrieren auch in der Nachkriegszeit fort, sowie die „Erfolge“ einiger Verlagshäuser, zuvorderst Bertelsmann oder Langen-Müller. Eine sehr differenzierte Beschreibung des Buchmarktes, der gelesenen und verkauften Bücher. Ein wichtiger Aspekt in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Dritten Reich, sehr lesenswert.
Das 19. Jahrhundert bedeutete auf vielen Ebenen das Tor zur Gegenwart. Reisen und Migrationen nehmen erste Züge von Globalisierung an, die Fabriken erleben eine Potenzierung ihrer Arbeitsleistung, mit den Nationalstaaten ergeben sich neue politische Organisationsformen, das Individuum wird zum Gegenstand wissenschaftlicher Beobachtung.
Jürgen Osterhammel bietet mit diesem Werk ein Panorama, das mit einer glänzenden Synthese viele bedeutende Strömungen und Ereignisse in weltgeschichtlicher und nicht wie so oft allein eurozentrischer Weise in Beziehung setzt.
Sehr gut lesbar und lädt es jeden interessierten Leser ein, dieses Jahrhundert an einer beliebigen Stelle zu betreten. Durch verschiedene Indizes, ein hervorragendes Inhaltsverzeichnis und eine gelungene Gliederung verliert man nicht den Überblick in rund 1500 Seiten.
Da, wo man Urlaub macht, kann man nicht auch wohnen, was wir immer wieder bedauerlich finden. Angelika Overath gehört zu den wenigen, denen es gelungen ist, mitsamt der Familie in den vertrauten Ferienort in der Schweiz zu ziehen. Aber taugt der Ferienort auch als Heimat? In diesem Buch schildert sie ihre Erfahrungen und Beobachtungen. Sie erzählt von den Eigenarten der Dorfbewohner, aber auch von der Allmacht der Natur, vor allem des Winters mit allen Farben des Schnees …
Die facettenreiche Chronik eines Neuanfangs in der Fremde, empfindsam und mit eindrucksvollen Bildern zu Papier gebracht. Wunderbarer Lesestoff für den Winter!
Muße statt Effektivität oder gesteigerte Effektivität dank der Muße? Mit der Frage, weshalb wir das Gefühl haben, permanent unter Zeitdruck zu stehen, obwohl wir noch nie über so viel Freizeit verfügen konnten, trifft Ulrich Schnabel genau ins Schwarze und gibt uns in diesem Buch sehr differenzierte Antworten darauf.
Gönnen Sie sich mit der Lektüre dieses brillant geschriebenen Buches eine Ruhepause mitten in der Hektik der Vorweihnachtszeit, Sie werden es nicht bereuen!
Gewaltverbrechen ist nicht gleich Gewaltverbrechen. Jedes Delikt hat seine eigene Geschichte und die wenigsten Mörder sind sadistische Killer.
Wie kommt es zu diesen Taten?
Fesselnd und informativ schildert Glinski zehn Fälle, und gewährt uns Einblicke in die Urteilsfindung eines Schwurgerichts.
Wer mit dem Kongo nur Krieg und Elend verbindet, wird eines Besseren belehrt: Hier leben Menschen,
deren aus der Not geborenes Talent zur Improvisation die Autorin uns meisterhaft vor Augen führt. Aus ihren
Begegnungen mit diesen Menschen ist ein schillerndes, zugleich kritisches Porträt des Landes entstanden.
Faszinierend!
Lissabon im 16. Jahrhundert. Der indische Elefant Salomon soll als Geschenk an den Habsburger Kaiser über Valladolid in Spanien nach Wien überführt werden.
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