Es ist nicht die erste Reise, die die Zofe Sally und ihre Herrin Lady Duff Gordon in fremde Welten führt und doch wird die Reise nach Ägypten zu der sie 1862 aufbrechen ihr Leben entscheidend verändern. Sallys Lady ist schwer krank und lässt auf Anraten der Ärzte ihr Leben in England hinter sich. Für Sally steht es außer Frage sie zu begleiten, ist sie ihrer Lady doch treu ergeben. Die beiden Frauen lernen arabisch, entledigen sich ihrer englischen Kleidung und die Grenzen zwischen Herrin und Dienerin verschwimmen. Sally bietet sich eine nie gekannte berauschende Freiheit, bis Sally sich zu viel vom Leben wünscht und sie ein böses Erwachen zu der Erkenntnis zwingt: „In Wahrheit war ich für sie kein richtiger Mensch.“
1583 kommt Giordano Bruno an die Universität von Oxford, um ein in England verschollenes astronomisches Buch zu suchen. Kaum angekommen, häufen sich mysteriöse Todesfälle, die nur er entschlüsseln kann.
Elisabeth Vigee wurde 1755 in Paris als Tochter eines Malers und einer Friseurin geboren. Schon früh hatte der Vater das Talent seiner Tochter erkannt. Nach seinem Tod, der die Familie zu einem Leben in äußerst bescheidenen Verhältnissen zwang, weigerte sich Elisabeths Mutter die Malerei zu unterstützen, doch Elisabeth lässt sich nicht beirren. Bald schon stellen sich erste Erfolge ein und sie verdient Geld mit ihren Porträts. Mit nur 17 Jahren reißen sich die Leute darum, von ihr porträtiert zu werden. Schließlich spricht sich ihre unverfälschte Art zu malen auch bei Hofe herum. Marie Antoinette lädt sie nach Versailles ein und waren ihre Auftragsbücher schon vorher ausgebucht, kennt ihre Popularität jetzt keine Grenzen mehr. Dann bricht die Revolution aus und plötzlich ist Elisabeth als Malerin der Königin in Gefahr.
Ein stimmungsvoller Roman über die Porträtmalerin Élisabeth Vigée, deren Kunst oft belächelt wurde, die aber selbstbewusst und erstaunlich selbstverständlich emanzipiert durchs Leben schritt.
Venedig im 16. Jahrhundert: Hannah ist als jüdische Hebamme wegen angeblicher Hexerei von der Inquisition bedroht. Um ihren von Tempelrittern auf Malta als Geisel festgesetzten Ehemann freikaufen zu können, lässt sie sich überreden, einer christlichen Contessa Geburtshilfe zu leisten. Das bringt sie in Gefahr, weil es ihr bei Todesstrafe untersagt ist, Christen medizinische Hilfe zu leisten. Und sie macht sich erpressbar. Sie gerät in einen Strudel aus Intrigen der Familie des Conte und wird zur Beschützerin des christlichen Kindes in einem Venedig, in dem die Pest wütet…
Packend und spannend: Wer historische Schmöker liebt, kommt voll auf seine Kosten!
Russland, 1915: Der Bauernsohn Georgi rettet einem Mitglied der kaiserlichen Familie das Leben und wird zum Dank an den Zarenhof nach Sankt Petersburg geholt. Hier wird er Leibwächter des Thronfolgers und verliebt sich unsterblich in die jüngste Tochter des Zaren, Anastasia. Als die Revolution über Russland hereinbricht und die Zarenfamilie ins „Haus zur besonderen Verwendung“ verschleppt wird, fasst Georgi einen ebenso verzweifelten wie todesmutigen Plan…
England, 1981: Georgis Ehefrau Soja liegt im Sterben. Viele Jahre sind vergangen, seit Georgis Zeit am Königshof. Schrittweise lässt er sein Leben nach der Katastrophe Revue passieren und enthüllt die Geheimnisse der Vergangenheit…
John Boyne verbindet meisterlich höchst präzis recherchierte historische Tatsachen mit einer der größten Legenden des 20. Jahrhunderts: Das Überleben der Großfürstin Anastasia Nikolajewna Romanowa. Deren sterbliche Überreste galten als verloren, bis 2008 mithilfe von neuester Genanalyse ihre Gebeine identifiziert und somit ihr Tod endgültig bestätigt werden konnte.
London 1529. Die Waringhams sind vor Jahren in Ungnade gefallen, das Rittergut hat seine besten Zeiten hinter sich, der Verfall greift um sich. Nick ist vierzehn Jahre alt und Internatsschüler bei dem berühmten Humanisten Thomas More, als er nach Hause geschickt wird. Der Vater steht im Verdacht mit den ketzerischen Lutheranern unter einer Decke zu stecken. Er wird verhaftet, der Ketzerei bezichtigt und stirbt an den Folgen der Folter. Derweil ist Henry VIII. dabei eine Annullierung seiner Ehe mit Katherine von Aragon zu erwirken, um Anne Boleyn heiraten zu können. Als die Kirche die Aufhebung verweigert, sagt sich Henry von Rom los, verstößt Katherine, erklärt seine einzige Tochter Prinzessin Mary zum Bastard und stürzt damit sein Land in eine tiefe Glaubenskrise. Viele Engländer setzen ihre Hoffnungen in die papsttreue Mary und Nick, der geschworen hat, die Prinzessin zu beschützen, schmiedet einen gefährlichen Plan um Marys Leben zu schützen und ihre rechtmäßigen Thronansprüche zu wahren ...
Rebecca Gable schreibt, wie gewohnt, souverän, äußerst spannend und detailliert. Ein toller historischer Schmöker, den ich vorbehaltlos empfehlen kann.
In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts steht das heutige Katalonien vor großen Umbrüchen: So wird durch gezielte Heiratspolitik der Grafen von Barcelona und dem Erwerb von Lehen, der Herrschaftsbereich bis nach Okzitanien, dem heutigen Languedoc, vergrößert, was zu einer Vormachtstellung im südfranzösischem Raum führt. Barcelona wird zur reichen Handelsmetropole am Mittelmeer, beeinflusst von muslimisch besetztem Gebiet im Westen und einer starken jüdischen Gemeinde in der Stadt, die immer mehr zum Sündenbock neidischer Bürger wird, und dem mächtigen Grafen von Toulouse, der um seinen Einfluss fürchtet.
In diesen Hexenkessel begibt sich der 18jährige Bauernsohn Marti Barbany und schickt sich an zu einem der einflussreichsten und reichsten Bürger Barcelonas zu werden. Ein mehr als steiniger Weg, denn Emporkömmlinge sind dem Bürgertum und dem windigen Finanzberater des Grafen, in dessen Stieftochter er sich verliebt, ein Dorn im Auge. So wird es Marti nicht leicht gemacht ein untadeliges Leben zu führen, das Bedingung für den Stand eines Bürgers ist. Er gerät in die hinterhältigen Intrigen des Finanzberaters des Grafen …
Ein spannendes historisch fundiertes Mittelalterspektakel, an das noch heute die Grabplatten des Grafen und seiner Frau Almodis in der Kathedrale von Barcelona erinnern.
Der lieblosen Ehe und der Enge Basels entflohen, steigt Hans Holbein der Jüngere in London aufgrund seiner großen Begabung zum Hofmaler Heinrich des VIII auf. Der König hält große Stücke auf Holbeins unbestechliche Augen und so wird er nach dem Tod der Königin Jane Seymour vom Schatzkanzler Thomas Cromwell beauftragt, die neuen Königinnen in spe im Porträt festzuhalten. Holbein gerät unversehens in ein Intrigen- und Machtspiel, denn für Cromwell gilt es politische Allianzen zu schmieden...
Ich habe das Buch mit großer Begeisterung gelesen. Kenntnisreich erzählt die Autorin nicht nur Holbeins Biografie, sondern bietet auch Einblicke in die Techniken der Ölmalerei, in die Kunst des Porträtmalens und natürlich kommt auch die englische Geschichte nicht zu kurz.
Im Jahr 1826 steht Herrmann Fürst von Pückler-Muskau vor dem finanziellen Ruin. Seine Gartengestaltung des Schlossparks von Muskau hat alle seine Ressourcen verschlungen. Aufgrund dieser Tatsache lässt er sich pro forma von seiner geliebten Frau Lucie scheiden. Sein Plan ist es, nach England zu reisen, um dort eine reiche Erbin zu ehelichen. Gerüchte um seine Schein-Scheidung eilen ihm aber voraus und so gestaltet sich die Frauensuche äußerst schwierig. Außerdem werden in Pücklers Nähe immer wieder Frauen getötet, so dass er nicht nur als Heiratsschwindler gilt, sondern auch als Hauptverdächtiger der Morde.
Wird es ihm gelingen, die englische Justiz von seiner Unschuld zu überzeugen und wird Fürst Pückler wirklich heiraten?
Ein amüsanter, mit viel Charme und Witz erzählter Briefroman, der bestens dazu geeignet ist, ihn in der Natur zu genießen!
Lissabon im 16. Jahrhundert. Der indische Elefant Salomon soll als Geschenk an den Habsburger Kaiser nach Valladolid in Spanien und anschließend nach Wien überführt werden. Diese spektakuläre Reise, die tatsächlich stattgefunden haben soll, nutzt der Autor, um uns aus der Sicht des indischen Elefantenpflegers auf höchst amüsante Weise die gesellschaftlichen und kirchlichen Machtverhältnisse in Portugal und Spanien - die Inquisition wütet - vor Augen zu führen.
Mit liebevoller Ironie karikiert er die Mächtigen der damaligen Zeit mit ihren Höflingen und zeigt manche Parallele mit der heutigen Zeit auf. Eine genüssliche elegante Satire von einem scharfsichtigen Beobachter. Sehr empfehlenswert!
Empfohlen von Monique Saulnier
Lissabon im 16. Jahrhundert. Der indische Elefant Salomon soll als Geschenk an den Habsburger Kaiser über Valladolid in Spanien nach Wien überführt werden.
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